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Immobilien Bauträger

Fachartikel: Kostenplanung sicher und plausibel!

Bauprojekte unterliegen extrem dynamischen Prozessen und unterschiedlichen Einflusssphären. Diese generellen Rahmenbedingungen bergen viele Unsicherheiten und hohes Risikopotential. Dabei ist ein Ziel der Kostenplanung, von Beginn an dem Auftraggeber mit möglichst großer Sicherheit seriöse Aussagen über die künftigen Kosten seines Bauprojektes zu liefern. Eine herausfordernde Aufgabe, sind doch gerade dann die Informationen über das Projekt am geringsten. 

Je früher präzise Kostenaussagen gemacht werden können, desto früher können die richtigen Entscheidungen getroffen und entsprechende Steuerungsmaßnahmen eingeleitet werden.

Die Genauigkeit der Kostenplanung ist weder genormt, noch gesetzlich geregelt. Die in den bekannten Kostentrichtern angeführten Prozentsätze führen häufig zu kontroversiell geführten Diskussionen. Ein Umstand, der nahe liegt – sind diese doch stark von der Baumaßnahme und von der Nutzungsart abhängig. Daher ist es zweckmäßig, diese individuell mit dem Auftraggeber zu vereinbaren.

Die ÖNORM B1801-1 sieht vor, in den verschiedenen Planungsphasen entsprechende Kennwerte für die Kostenplanung heranzuziehen. Die gängige Vorgangsweise, diese Kostenkennwerte aus eigenen, abgerechneten Projekten oder aus fremden Quellen (z.B. BKI) anzuwenden, birgt jedoch einige Gefahren. Sind sie doch von verschiedenen Einflussfaktoren abhängig:
-    Vergleichbarkeit der Projekte
-    Markt/Konjunktur
-    Aktualität

Vor allem Kostenkennwerte mit Objektbezug (bezogen auf Nutzungseinheiten, Flächen, Kubaturen) müssen auf diese Einflussfaktoren hin untersucht und mittels Anpassungsfaktoren entsprechend adaptiert werden. Diese „Daumenpeilung“ mit Kennwerten EUR/m2 und EUR/m3 erfolgt häufig intuitiv.

Markant besser geeignet für eine gesicherte  Kostenplanung sind objektunabhängige Kennwerte (bezogen auf Elemente, Leistungsgruppen, Leistungspositionen). Diese sind im Wesentlichen losgelöst von der Art des Projektes anwendbar.  


Schema: Kostenplanung mit Baugliederung

Vor allem die Methode der Kostenermittlung mittels Baugliederung (Element-Methode, planungsorientierte Kostengliederung) findet immer breitere Verwendung. Mit Recht: Dieses qualifizierte Vorgehen ermöglicht, in jeder Planungsphase die Detaillierung und somit Schärfe der Schätzung zu wählen. Liegen doch in einzelnen Kostenbereichen die Planungen in unterschiedlicher Genauigkeit und damit Detailliertheit vor (beispielsweise sind die Konkretisierungen im Rohbau weiter fortgeschritten als im Ausbau). Außerdem entspricht die räumliche und bauteilmäßige Gliederung exakt jenem Bild, das sich in den Gedanken des Kostenplaners und des Bauherrn formt.


Praxisbeispiel Element - Architekturwerkstatt din a4 ZT GmbH


Kostenplanung nach der „Element-Methode“ bringt zahlreiche Vorteile: nachvollziehbare, exakte Ergebnisse, aussagekräftige Kostenvergleiche unterschiedlicher Konstruktionen oder Ausführungsvarianten und nicht zuletzt Leistungspositionen und Mengen für die Ausschreibungen. Die Kosten lassen sich jederzeit aus verschiedenen Perspektiven beleuchten, sei es nach räumlichen/organisatorischen Strukturen (Raumbuch), nach Baugliederung oder nach Gewerken. Dazu die Vergleichbarkeit der Ergebnisse aus unterschiedlichen Planungsständen. So lassen sich unkompliziert und schnell die wesentlichen Gründe von Verteuerungen oder Verbilligungen im Projekt feststellen.

Dipl.-Ing. Christoph Zechner (Zechner & Zechner ZT GmbH), betraut mit der Generalplanung der neuen ÖBB Zentrale am Hauptbahnhof in Wien, bringt es auf den Punkt: „Die Kostenplanung für die ÖBB Zentrale erfolgte sowohl in Form einer planungsorientierten Kostenberechnung mit Kosten der Grobelemente, Elemente und Elementtypen wie auch in Form einer ausführungsorientierten Gliederung nach Leistungsgruppen, Unterleistungsgruppen und Positionen. So konnten zwecks Plausibilisierung einfach und rasch Vergleichsberechnungen mit Kennwerten durchgeführt werden.“

Resümee:
Eine präzise und fundierte Kostenplanung liefert jedem Auftraggeber die notwendigen Grundlagen für qualifizierte Entscheidungen und reduziert so sein wirtschaftliches Risiko.