Mit dem Thema "Prozesse und Strukturen bei komplexen Planungs- und Bauprojekten" stieß unser Fachforum planen - bauen - nutzen am 25. Jänner auf sehr großes Interesse. Über 100 Teilnehmer folgten vergangenen Mittwoch unserer Einladung in die Florido-Tower Lounge zu einem spannenden Programm rund um die organisatorische Strukturierung im Planungs- und Bauprozess und die Auswirkung auf die spätere Nutzung. Die Veranstaltung, die sich mittlerweile als wichtiger Branchentreff etablierte, bot allen Teilnehmern abermals eine vortreffliche Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch und Netzwerken.

"Die Bau- und Immobilienbranche befindet sich im Aufbruch", leiteten die Gastgeber das Fachforum ein. Die nachhaltige Betrachtung ökonomischer, ökologischer und soziokultureller Aspekte über den ganzen Lebenszyklus einer Immobilie rückt immer mehr in den Vordergrund. "Wir wissen aus der intensiven Zusammenarbeit mit unseren Kunden, dass die rasche, nachvollziehbare und dokumentierte Durchführung von Entscheidungs- und Freigabeprozessen ein wesentlicher Faktor für den Projekterfolg sind", so Gerhard Sendhofer von SIDOUN. Bauherren fordern und erwarten stärker denn je eine exakte und sichere Kostenplanung, Kostensteuerung und Kostenprognose ihrer künftigen Bauprojekte. Mit welchen Methoden und Werkzeugen diese Forderungen erfüllt werden, stellten die drei nachfolgenden Referenten in ihren praxisbezogenen Vorträgen anschaulich dar.
Nachhaltiges Krankenhaus - gerüstet für den Betrieb
Das Krankenhaus Nord und seine Anforderungen an den späteren Betrieb stellte
Peter Plundrak vom Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) in seiner Präsentation
vor. Der KAV und die Stadt Wien entwickelten für das neue
"Wohlfühlspital" eine Nachhaltigkeits-Charta, die die anzustrebenden
Qualitäten für die Errichtung und den Betrieb detailliert festlegt und auf die
Optimierung der Gesamtlebenszykluskosten abzielt.
Download Vortrag
Peter Plundrak, Wiener Krankenanstalten Verbund
Herausforderung: Kostensteuerung komplexer Bauprojekte
Über seine Vorgehensweise und praktischen Erfahrungen beim Kostenmanagement
aktueller Wiener Bauprojekte berichtete Herr Dipl.-Ing. Hartwig Schindler,
Partner bei iC consulenten Zivilingenieur GmbH in seinem Vortrag.
Das oberste Ziel – die Einhaltung des Budgets – kann nur durch das rechtzeitige
Erkennen von Abweichungen und dem Umsetzen entsprechender Steuerungsmaßnahmen
über die gesamte Planungs- und Ausführungsphase hinweg, erreicht werden. Herr
Schindler stellte dazu eine vollständige bauwirtschaftliche Methode für eine
"vorausschauende" Kostenverfolgung vor. Dazu werden fortwährend alle
Einflussgrößen auf die Prognose, wie Vergaben, Projektänderungen, erwartete,
eingereichte und beauftragte Mehr- oder Minderkostenforderungen,
Mengenänderungen, sowie Rückstellungen für die Preisgleitung und Risiko laufend
bewertet und angepasst.
Anhand der Projekte Westbahnhof, WU Campus und Krankenhaus Nord ging Herr Schindler
auch auf die besonderen Herausforderungen bei vorgegebenen Kostenstrukturen
ein. Neben einer baulichen Gliederung (Anlagen, Bauteile oder Bauwerke) werden
zunehmend wirtschaftliche, zeitliche oder funktionale Teilungen gefordert.
Anhand des Baukostenmanagementsystems COOR zeigte Herr Schindler die flexiblen
Möglichkeiten der Abbildung dieser Kostenstrukturen und die Anforderungen an
die Erfassung der entsprechenden Kostengrößen. Der Vortrag wurde mit der
praxiserprobten Darstellung des Kostenverlaufes und des Mittelabflusses
abgeschlossen.
Download
Vortrag Hartwig Schindler, iC consulenten
Änderungen beherrschen
In seinem Vortrag "Änderungen
beherrschen" stellte Robert Weiss anschaulich den Weg eines
Änderungsantrags bis zu dessen Umsetzung anhand eines praxisnahen Beispiels
dar. Gerade bei Bauten im Gesundheitswesen treffen sehr viele Gewerke aufeinander.
Die Verzahnung ist so stark, dass eine kleine Änderung sofort einen
Domino-Effekt auslöst. Leider ist genau das dem Bauherrn nicht immer klar. Hier
wird mit einem guten und strukturierten Änderungsmanagement Klarheit und
Transparenz geschaffen.
Download Vortrag
Robert Weiss, Werner Consult
Nächstes Fachforum im Jänner 2013
Das Fachforum planen - bauen - nutzen hat sich zu einem wichtigen Branchentreff
der Bau- und Immobilienbranche etabliert. Thomas Schnabl von PREVERA kündigt
an: "Die Umsetzbarkeit von Methoden und die Aktualität der präsentierten
Projekte werden beim nächsten Fachforum im Jänner 2013 wieder im Vordergrund
stehen."